Eisenbahnen und Zugverkehr im Ammerland

(als Ode an den neuzeitlichen „Bahn-Duchsage-Sprech“ folgender Hinweis:
diese Unterseite befindet sich aus betriebstechnischen Gründen permanent im Reparatur- und Wartungsarbeitsmodus, es kann leider jederzeit zu Verzögerungen wobei auch immer kommen … 🙂
Wer weitere Informationen und Photos zum Thema hat und/oder die praktische Mitarbeit anbieten möchte, möge sich gerne melden…)

Bahnhöfe (siehe Unterseiten linkerhand)…:

Bad Zwischenahn:

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Edewecht:


(Photos: Thomas Schweneker)

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Westerstede:

Am 1. September 1876 eröffnete die Ocholt-Westersteder Eisenbahngesellschaft die schmalspurige Strecke von Ocholt nach Westerstede. Der Bahnbau war auf Initiative der Gemeinde Westerstede erfolgt, die auch der Gesellschafter der Bahngesellschaft war.

 

 

Augustfehn:

 

… und Strecken:

Oldenburg – Leer:
Die Bahnstrecke Oldenburg–Leer ist eine 55 Kilometer lange eingleisige, elektrifizierte Hauptbahn im Nordwesten Niedersachsens. Sie verbindet die Emslandbahn bei Leer mit der Großstadt Oldenburg. Damit dient sie dem Verkehr aus Richtung Hannover und Bremen zur Hafenstadt Emden, dem Emsland sowie dem westlichen Ostfriesland einschließlich der für den Fremdenverkehr wichtigen Inseln Borkum, Juist und Norderney. Zusammen mit der Bahnstrecke Leer–Groningen hat sie auch eine internationale Bedeutung.

Die Strecke wurde am 15. Juni 1869 von der Großherzoglich Oldenburgischen Staatseisenbahn eröffnet und

Am 17. November 1866 wurde der erste Abschnitt der Bahnstrecke Bremen–Oldenburg zwischen Oldenburg Centralbahnhof und Delmenhorst eröffnet, am 14. Juli 1867 folgte die Inbetriebnahme bis Bremen und die Eröffnungsfahrt der Strecke von Oldenburg nach Heppens (heute: Wilhelmshaven). Der Regelbetrieb auf letzterer wurde aber erst am 3. September 1867 aufgenommen.

1869 wurde die Ost-West-Verbindung durch die Bahnstrecke Oldenburg–Leer bis ins nunmehr preußische Leer mit Anschluss an die Hannoversche Westbahn weitergeführt.
1876 folgte die Strecke von Ihrhove nach Nieuweschans mit Anschluss an die Niederländischen Eisenbahnen,
im Laufe des Jahres 1992 wurde die Strecke elektrifiziert, wodurch sich in Oldenburg für die Strecke nach Ostfriesland der aufwändige und zeitraubende Lokwechsel erübrigte.

 

Bahnstrecke Oldenburg-Leer, Nähe Ocholt: 04. Juni 1910 – Zugentgleisung wg. Windhose

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in der Nacht vom 19. auf den 20. November 1944 kam es zu einem Eisenbahnunfall in Bad Zwischenahn . Bei dem Eisenbahnunfall starben 29 Menschen. Der Zug, der am 19. November in Wezep, Niederlande, abgefahren und in Richtung Bremen unterwegs war, transportierte unter anderem niederländische Gefangene aus der Razzia von Rotterdam nach Deutschland und befuhr die Bahnstrecke Oldenburg–Leer. Im Bereich des Bahnhofs von Bad Zwischenahn fuhr er mit erheblicher Geschwindigkeit auf einen anderen Zug auf. Bei dem Unfall wurden mehrere Wagen zerstört. 29 Menschen starben, darüber hinaus wurden 67 verletzt, davon etwa 30 schwer. Mehr als 25 Rotterdamer aus dem Gefangenentransport verloren ihr Leben. Die Verletzten wurden in Oldenburg und anderen Orten in Krankenhäuser eingeliefert. Die zunächst in Bad Zwischenahn beigesetzten Niederländer wurden 1952 nach Bremen umgebettet.

Merkwürdigerweise wurde nichts über dieses schwere Zugunglück berichtet, weder die Oldenburgische Staatszeitung noch andere Zeitungen aus der Region verloren auch nur ein Wort über dieses Unglück. [Anmerkung v. Herbert Kropp, April 2024]

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 Ocholt–Westerstede, Bockhorn–Ellenserdamm:

Das Vorhandensein umfangreicher Tonvorkommen förderte die Anlage von Bahnstrecken im Raum Varel. Als Vareler Nebenbahnen wurden dort verschiedene Strecken durch die Großherzoglich Oldenburgische Eisenbahn (GOE) angelegt. So entstand auch die Bahnstrecke von Ellenserdamm an der Bahnstrecke Wilhelmshaven–Oldenburg nach Bockhorn, die am 1. Januar 1893 eröffnet und am 1. November des gleichen Jahres nach Grabstede verlängert wurde.

Durch den Ausbau Wilhelmshavens zum Marinestützpunkt wurde auch der Bedarf an Zufuhrstrecken größer und so gab es Planungen, die bestehende Lücke zwischen Westerstede und Grabstede zu schließen, um die direkte Führung von Zügen aus dem Ruhrgebiet möglich zu machen. Voraussetzung war, die Strecke Ocholt–Westerstede zu verstaatlichen und umzuspuren. Am 27. März 1903 wurde im Oldenburger Landtag ein entsprechendes Gesetz verabschiedet, am 16. Oktober 1904 verkehrte der letzte Zug auf der Schmalspurbahn. Bereits 14 Tage später verkehrte der erste Normalspurzug auf der umgespurten Strecke zwischen Ocholt und Westerstede. Dabei wurde die bestehende Trasse benutzt, nur die Einfahrt nach Ocholt wurde etwas weiter ostwärts angelegt und der Bahnhof Westerstede an neuer Stelle als Durchgangsbahnhof gebaut. Anschließend wurde die Strecke bis Grabstede verlängert und am 1. Oktober 1905 eröffnet. Seitdem war auch durchgehender Zugverkehr möglich. Dabei hatte die Strecke während des Zweiten Weltkrieges im Durchgangsgüterverkehr eine erhebliche Bedeutung.

Im Personenverkehr gab es 1944 drei durchgehende Zugpaare, dazu Verbindungen Westerstede–Ocholt und Bockhorn–Ellenserdamm, nach dem Zweiten Weltkrieg durchgehende Züge von Wilhelmshaven über Varel, Bockhorn und Ocholt nach Cloppenburg. Am 23. Mai 1954 wurde der Personenverkehr eingestellt, auf dem Abschnitt Bockhorn–Ellenserdamm wurde zudem der Güterverkehr aufgegeben. Dies galt ab 1966 auch zwischen Linswege und Grabstede, hier erfolgte unmittelbar danach der Abbau der Gleisanlagen. 1992 endete auf dem nördlichen Streckenstück zwischen Grabstede und Bockhorn, das zuletzt als Anschlussgleis betrieben wurde, der Schienenverkehr.

Ende der Draisinenstrecke östlich des Bahnhofes Westerstede-Ocholt

Der Rest zwischen Ocholt und Westerstede wurde noch bis zum 31. Dezember 2001 im Güterverkehr befahren. Hier wurde in den letzten Betriebsjahren ein touristischer Verkehr mit einem Schienenbus der Museumseisenbahn Ammerland-Barßel-Saterland als Ammerländer Schienenbus angeboten. Seit 2006 wird die Strecke zwischen Westerstede und Ocholt als Draisinenbahn genutzt.

Zugunglück von 1944:

Im Jahre 1944 kam es auf der Strecke beim Bahnhof Moorwinkelsdamm zu einem schweren Zugunglück. Bei dem Frontalzusammenstoß zweier Züge wurden drei Menschen getötet und 16 verletzt.

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Edewecht – Oster- und Westerscheps:

28.02.1919, „Der Ammerländer“ (Edewecht: Neu- und Ausbau der Eisenbahnstrecke nach Wester- und Ostercheps):

links:

Großherzoglich Oldenburgische Staatseisenbahnen (GOE)

Kleinbahn Bad Zwischenahn–Edewechterdamm

Museumseisenbahn Ammerland-Barßel-Saterland e.V.