Geschichten und Döntjes…

Erst durch Texte und Bilder, durch Filme und Photos, verbunden mit Sprache und Gestik, wird Geschichte überhaupt erst erleb- und nachvollziehbar. Und erst nachdem meine betagte Mutter mit 97 Jahren diese Welt verlassen hatte, merkte ich, welcher Schatz an gelebter Erinnerung plötzlich und unwiderruflich verloren war.
Wer von „uns“ jüngeren weiss denn noch, wer, wann, wo (und vor allem wie) gelebt und gewohnt und seine Spuren hinterlassen hat. Photoalben verlieren ihren persönlich-individuellen Erinnerungswert, wenn man plötzlich nicht mehr die jeweiligen Personen und Örtlichkeiten zuordnen kann und werden zu Objekten, wie man sie zuhauf
irgendwo an Büchertischen und Flohmärkten findet und interessiert betrachtet, aber keine weiteren Gefühle hervorbringen. Erst, wenn man eventuelle physiognomische Ähnlichkeiten zur Oma, oder zu Ururopa oder der Lieblings-Großtante zu erkennen glaubt, bekommen sie wieder einen individuellen Wert. Und erst durch den evt. unter dem Photo stehenden Name wird die Person quasi wieder zu neuem Leben erweckt. Ob der Name stimmt oder nicht, ist dabei bedeutungslos. Wichtig ist nur die gefühlte familiäre Nähe.
Also durchforstet Eure Photoalben und fragt die, die es u.U. noch wissen könnten und schreibt darunter oder daneben, wer diese Person war. Erst dann bleibt sie ein gelebter Teil von Euch. Sonst ist das Album, sind die Photos nur wertloses Papier… Ähnlich ist es mit Briefen, Tagebüchern, alten Manuskripten, Kirchenbüchern, Zeitungsartikel. Wer von uns kann sie noch lesen, die altdeutsche Schrift, geschrieben in Frakur oder Sütterlin? Erinnerungen ohne Bedeutung und dadurch wertlos geworden… Und: Fragt Eure Eltern und Großeltern aus, wie es war, was sie erlebt haben, wie sie Ihre Geschichte, Ihre Zeit  ge- und erlebt haben. Schreibt es auf, nehmt es auf, archiviert es, in Bild und Ton, analog oder digital. Sie wissen es noch, wie es war, wann es war, wo es war. Sie sind unsere Erinnerung!

An dieser Stelle und an diesem Ort soll daher die persönliche Erinnerung stehen. Ein Potpourri von Erlebnissen, Gedanken und Erinnerungs-Splittern, in Wort und Bild (und warum nicht) auch in Film und Ton. Alles ist möglich! Seid daher alle eingeladen, Eure ganz persönlichen Lebens-Erinnerungen uns anderen mitzuteilen. Geschichten und Döntjes, Erlebtes und Erfahrenes, Leid und Freude, Gutes und Schlimmes, aus früheren wie jüngeren Zeiten…
In Oldenburg gabe es vor einiger Zeit einmal ein literarisches Projekt mit Zeitzeugen, die das Kriegsende in und um Oldenburg in Wort und Bild und via Interview sehr eindrücklich darstellten.
Hier ein Video dazu (zwar Oldenburg, aber Oldenburg ischa nun nicht sooo weit weg von uns Ammerländern…) :
https://www.youtube.com/watch?v=H2gYkMAPDaE

Die einzelnen Texte, Erinnerungen, Döntjes sind über die jeweiligen Einträge, im Menü links, aufzurufen. Viel Spaß beim Lesen.. 🙂