Langestraße

Straßenverlauf: ab Marktplatz/Am Brink Richtung Orstausgang.
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(ca. 1928)

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Im Nachfolgenden eine“ Spaziergänger-Straßen-Beschreibung“ die Langestraße entlang;  aufgeschrieben von der in Bad Zwischenahn ansässigen und in Bad Zwischenahn aufgewachsenen Frau Karin Schittko –  an dieser Stelle vielen vielen Dank  für diese wunderbaren „Geschichten aus alter Zeit“ , an die sich leider immer weniger erinnern können, (erstmals und in loser Folge veröffentlicht in den „Gemeindebriefen“ der ev. Kirche) :

(Teil 1 : Richtung Ortsausgang)  … Heute nun geht es vom Marktplatz Am Brink die Lange Straße und Eyhauser Allee auf der rechten Seite ortsauswärts entlang bis zum (ehemaligen) Schützenhof. Wir sind in den fünfziger Jahren und beginnen Am Brink. Dort stand und steht heute noch das Hotel „Hof von Oldenburg“. Ich erinnere mich an das Obstgeschäft Danilowski und die Firma Vatterodt Elekrohandel. Die Wäscherei Eidtmann in der Marktplatzkurve besaß für ihren Lieferdienst einen kleinen Lloyd – ich sehe ihn noch fahren. Ja, und dann das tolle Modegeschäft von Frau Hecke. Was gab es dort für schöne Kleider – für uns nur zum Anschauen – einfach unerschwinglich! Weiter kommen wir an der Villa der Familie Bünting vorbei. Im Anschluss daran folgt die große Bauerei Bünting. Der Senior stand gerne am Tor und hielt einen Schnack mit den Passanten. Nun sind wir beim Frisör Krickmeyer angekommen. Später war an der Stelle die Arztpraxis von Herrn und Frau Dr. Mutke. Weiter geht es zu Firma Lückendiers. Wie bei fast jedem Fahrradhändler gab es auch Nähmaschinen. Mein Vater kaufte mir dort mein erstes eigenes Fahrrad – mit Gangschaltung – einfach sensationell! Im nächsten kleinen Haus befand sich die Bäckerei Frank mit leckerem Schwarzbrot und Brötchen. Frau Frank hatte an der Seite einen wunderschönen Garten mit einem großen Goldregen, der jedes Jahr herrlich blühte. Im Anschluss folgte das große Gelände der Maschinenfabrik Bruns – mitten im Ort gewissermaßen – der Arbeitsplatz vieler Menschen! Mittlerweile sind wir schon ein gutes Stück vorangekommen – erinnern Sie sich an die Gebäude, die z.T. heute so gar nicht mehr vorhanden sind? Die nächste Villa steht noch: ehemals Rechtsanwalt Dresel. Bald darauf folgte die Klempnerei Lange. Mit im selben Haus war die Drogerie Pritzkoleit. Dort „arbeitete“ ich als Laufmädchen. Es gab keinen Lohn, aber ich durfte soviele Salmiakpastillen essen, wie ich wollte. Und wie es so ist: „Die Augen wollen mehr als der Magen verträgt“, und mir wurde schlecht! Bis heute esse ich keine Salmiakpastillen mehr! Wir kommen nun bei der Firma „Kohlen und Brennstoffe Kapels“ vorbei und weiter bei der „Polsterei und Sattlerei von Ohlen“. Als nächstes folgt auf unserem Gang die Bäckerei Dierks. Ob es damals im Anschluss daran schon Schlachterei Brosig gab – ich weiß es nicht mehr. Auch, wie es danach weitergeht: zwei Häuser, ein großer freier Platz? Mein Erinnerungsvermögen lässt mich im Stich. Anschließend erinnere ich das Baugeschäft Osterloh. Ein hübsches kleines Wohnhaus folgt und dann das wunderschöne Bauernhaus von Familie Block auf dem herrlichen Grundstück direkt an der Aue. Hier nun beginnt die Eyhauser Allee mit der ehemaligen Gärtnerei Bruns. Den Abschluss meines kleinen Spaziergangs in den fünfziger Jahren bildet der„Schützenhof“. 

(Teil 2: Richtung Markt) … gehen wir nun zunächst die Eyhauser Allee und dann die sich anschließende Lange Straße auf der anderen Seite zurück bis zum Marktplatz. Am Schützenhof überqueren wir die Straße und kommen zum „Brockhoff“, dem Wohnhaus und Bürogebäude der Firma Baumschulen Bruns mit dem dahinterliegenden Firmengelände. Im Anschluss ist das große Areal der Marmeladenfabrik „Ammerlandia“. In diesem großen Unternehmen fanden viele Menschen Arbeit. Auch mein Vater hat dort gearbeitet. Was viele nicht wissen: Der Inhaber, Herr Schrimpf, hat das Stadion bauen lassen.Viele Mitarbeiter halfen damals dabei mit. Daran an schließt sich die Zwischenahner Molkerei. Täglich wurde von den Bauern die Milch mit Pferdegespannen angeliefert. Die Pferde wussten auf dem Weg vom Hof immer genau, wo sie anhalten mussten, um Milchkannen mitzunehmen. Die Molkerei Zwischenahn hatte die beste Buttermilch weit und breit. Wir überqueren nun die Aue und folgen ab hier dem Straßenverlauf der Langen Straße. Ein großer Garten mit einem wunderschönen Klinkerhaus (erbaut von L. Klingenberg) schließt sich an. Ich erinnere mich an das Speisehaus mit Mittagstisch, damals geführt von Familie Breinker. Weiter geht es mit der großen, hölzernen Halle des Baustoffhandels Sandstede mit allem, was zum Bauen nötig war. Im Vorgarten stand ein Schlehenbaum. Erst nach dem ersten Frost schmeckten die Früchte köstlich. Wenn wir von Rostrup aus zum Kindergottesdienst gingen, haben wir immer gerne davon genascht. Als nächstes folgten die Häuser von „Schneider Wolf“ und das Milchgeschäft Luttmer, des weiteren ein Klinkerhaus mit einem Schuhgeschäft und ein Frisör. Die Namen weiß ich leider nicht mehr. Aber an das folgende Gebäude von Sattlerei Witte erinnere ich mich noch sehr gut: Lederwaren, Koffer, Kinderwagen und Schulranzen konnte man dort kaufen – und auch in der Werkstatt reparieren lassen. Der Obst- und Gemüsehandel Münch hatte in einem alten Bauernhaus an der Ecke Mühlenstraße sein Ladengeschäft. An der gegenüberliegenden Seite befand sich die Böttcherei Ahrens mit einem wunderschönen Blumengarten am Haus. Daran an schloss sich das Lebensmittel- und Feinkostgeschäft Poppinga/Janßen. An der nächsten Straßenecke Im Alten Hof war die Schlachterei Dierks ansässig. Im Verkaufsraum waren wunderschöne Kacheln an den Wänden. Bei Elektro Plüschke standen die ersten Fernseher der damaligen Zeit im Schaufenster. Bei Fußballübertragungen drückten sich die Männer die Nasen an den Scheiben platt. Im nächsten Haus, umgeben von einem großen Garten, praktizierte das Arztehepaar Drs. Mutke in ersten Praxisräumen (später schräg gegenüber dann im neu erbauten Haus). Das sich anschließende Schuhhaus Hinrich gibt es noch immer – zum Glück und nach wie vor familiengeführt! Im folgenden Haus, wo heute die Diakonie Sozialstation ihren Sitz hat, war damals Firma Oehl. Nun sind wir schon beim Pfarrhaus angelangt mit dem schönen alten Baumbestand rundherum. Pastor Bultmann und seine Frau wohnten dort mit ihren sechs Kindern. Außerdem war dort der Konfirmandensaal und das Kirchenbüro. Das vorletzte Haus war Firma Hilfers mit Haushaltswaren und allem, was man in einer Werkstatt so benötigt. Den Abschluss bildete, schon in der Marktplatzkurve, Bäckerei und Café Otto Gerdes      (Karin Schittko, 2021)