Peterstraße

Was viele nicht wissen (und auch für die meisten gebürtigen Zwischenahner unbekannt) : Die „Peterstraße“ wurde 1935 (bis 1945) umbenannt in:  „Bruno-Bode-Straße“ (benannt nach dem Apotheker Bruno Bode, Peterstr. 23 (Gründer des NSDAP-Ortsverbands Zwischenahn) und SA-Standartenführer), mehr dazu in der Rubrik: „NS-Zeit“: https://www.historisches-ammerland.de/bruno-bode-str-umbenannte-peterstr-v-1935-45/

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Blick vom Markt Richtung Bahnhofstraße (ca. 1903)

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Im Nachfolgenden ein Stück Weges die Peterstraße entlang;  aufgeschrieben von der in Bad Zwischenahn ansässigen und in Bad Zwischenahn aufgewachsenen Frau Karin Schittko –  an dieser Stelle vielen vielen Dank  für diese wunderbaren „Geschichten aus alter Zeit“ , an die sich leider immer weniger erinnern können, (erstmals und in loser Folge veröffentlicht in den „Gemeindebriefen“ der ev. Kirche) :

(Teil 1 : Richtung Georgstraße, rechts Seite)
Nehmen Sie sich am besten Schreibzeug und Papier und folgen Sie mir auf einem Spaziergang durch das Bad Zwischenahn der fünfziger Jahre.
Wir beginnen vom Marktplatz aus gesehen in der Peterstraße auf der rechten Seite und erinnern uns, wie es damals war.

Peterstraße 3 war schon immer die Zahnarztpraxis Dr. Brahms, mittlerweile in der dritten Generation. Daneben die Klinkervilla mit der Arztpraxis von Dr. Niemöller. Es folgte das Molkerei-Produktegeschäft Frahm/Messloh. Frau Frahm schlug die Schlagsahne noch eigenhändig, und sonntags herrschte Hochbetrieb. Daneben war Drogerie Stubbe, die später auf die gegenüberliegende Straßenseite zog. Etwas dahinter war der Ammerländer Hof mit Saalbetrieb (und einem Kino??). Dann folgte „Obst und Gemüse immer frisch“ Kache; zunächst in einem kleinen Holzhaus, später in einem festen Gebäude. Dahinter in der zweiten Reihe befand sich der Bierverlag Herzog. Im nächsten Gebäude war die Aalräucherei Bruns, an der Straße das Geschäft und hinten die Räucherei, und das Optikergeschäft Demski (später Indorf, jetzt Oppenheuser). Wo sich heute der Herrenausstatter Buntemeyer befindet, gab es ein kleines Textilgeschäft (Nienaber??). „Schuster Siems“ (Sieling) folgte anschließend. Auf dem freien Gelände daneben hatte Firma Block eine Ausstellungsfläche für Landmaschinen. Was damals in dem heutigen „Arko“-Gebäude war – daran kann ich mich nicht erinnern – Sie vielleicht? An der anderen Ecke Gartenstraße gab es bei Firma Block u.a. Nähmaschinen zu kaufen. Dann folgte Juwelier Saathoff – immer mit wunderschönen Auslagen im Fenster. Im Anschluss daran kam die „Alte Apotheke“ von Quintus Winter. An der Ecke Peterstraße/Bahnhofstraße stand ein schönes altes Haus mit der Praxis von Dr. Richter.
Nun überqueren wir die Einmündung der Bahnhofstraße. In dem Eckhaus mit einem herrlichen Garten hatte Dr. Schöfer seine Arztpraxis. Daneben befand sich Feinkost Krantz mit allerlei Köstlichkeiten – häufig unerschwinglich für uns. Daran anschließend folgte in meiner Erinnerung Bäcker Manje. In den Laden gelangte man über ein paar Stufen. Daneben war Spielzeug Hellwig, später „Frau Hillje“ mit Wolle, Stickgarn und anderen Handarbeitsutensilien – man konnte sich wunderbare Anregungen holen. Es folgte „Foto von Oven“, bekannt für Hochzeitsfotos, Passbilder u.v.m. Daneben Villa Christensen (Plantorgan) – heute noch sehr schön anzuschauen. Daneben eine weitere hübsche Villa. Etwas zurück lag das Grundstück der Schlachterei Lechner. Die nächste Villa beherbergte später nach An- und Umbauten das Porzellangeschäft Ahrens.
Nach der Einmündung Georgstraße begann nun die Straße „In der Horst“ mit dem „Kaufhaus Eilers“ (Meemken) – dort gab es einfach alles: ein Kaufhaus eben! Die Tankstelle von Hedenkamp schloss sich an. Mit dem Senior konnte man immer wunderbar einen Schnack halten. Nun kam, so erinnere ich mich, Eis-Krüger: köstliches Eis für 10 Pfennig die Kugel! Es folgten viele Wohnhäuser. Erinnern kann ich mich im weiteren Verlauf an das „Knusperhäuschen“, Kaffeehandlung Wessels und ziemlich weit hinten das Lebensmittelgeschäft Rühl (Cafe Ahrens).

Diese Erinnerungen liegen lange zurück – ich war damals etwa 13 Jahre alt – und sind sicherlich nicht vollständig. Vielleicht macht es Ihnen Freude, diesen Spaziergang zu ergänzen. (Karin Schittko, 2018)

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(Teil 2 : Richtung Georgstraße, linke Seite):
Unser Spaziergang geht heute weiter. Unterstützt hat mich dabei Herr Hans Bölts aus Halfstede. Vielen Dank dafür! Los geht es an der Nordseite der Peterstraße am Marktplatz mit Firma Westerholt, Buchhandlung und Schreibwarengeschäft. Dann folgte der Neubau der Drogerie Stubbe. Daran schloss sich Firma Kruse Bauund Beton an. Vor dem Haus standen
Spalierobstbäume – sehr lecker! In diesem Haus wurde am 21. August 1821 Wilhelm Heinrich Schüßler, der „Entdecker“ der Schüßler-Salze, geboren. Dann folgte auch schon damals das Gebäude der OLB. Was sich im heutigen Haus von Juwelier Harms befand, wissen wir leider nicht mehr. Als nächstes kam das Wohnhaus des Viehkaufmanns Duveneck, daneben ein Wohnhaus, in dem Zahnarzt Popp seine erste Praxis hatte. Außerdem befand sich dort ein Ladengeschäft von Schlachterei Müller. Es schloss sich „Radio Bölts“ an: ein Radiogeschäft, das aber auch mit seinen Rundfunkübertragungswagen auf Veranstaltungen in der Umgebung von Zwischenahn anzutreffen war. Ecke Fährweg befand sich auf der einen Seite „Blumen Bruns“, auf der anderen eine Eisenwarenhandlung mit Haushaltswaren. Dann folgte der „Konsum“ (Lebensmittel), daneben „Oltmanns Hotel“. Die beiden Linden vor diesem Gebäude stehen noch heute – das Haus aber schon lange nicht mehr. Im Keller befand sich eine Kneipe. An der nächsten Ecke (Dränkweg) war schon damals die LzO. Im Haus daneben war im linken Eingang das Hutgeschäft von Frau Wolff, im rechten ein Friseur, an dessen Namen wir uns nicht mehr erinnern. Unser Spaziergang endet an der Ecke zur Kastanienallee im „Kleinen Parkcafé“ – erschöpft genießen wir eine Tasse Kaffee!      (Karin Schittko, Hans Bölts, 2019)