Schulstraße

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1927-Schulstrasse

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Atelier für moderne Photographie - Helene von Oven am 1.4. 1924 übernahm Helene von Oven das damals schon existierende Photoatelier vom Photographen Saal, welches sich in der Schulstraße, Nähe Bahnof, befand. Unter der Firmierung "Atelier für moderne Photographie Helene von Oven" wurde der Betrieb schnell über die Grenzen Zwischenahns hinaus bekannt. Zu der Zeit ein mutiger Schritt: Der letzte Krieg war noch nicht langer her, die Inflation hatte die Republik fest die Griff und bezahlt wurde mit sog. Notgeld (Roggenmark genannt: https://www.geldscheine-online.com/post/roggengeld-und-roggenwertanleihen-in-der-weimarer-republik ). Schwere Zeiten für alle, besonders aber, wenn man sich selbstständig machen will. Eine mutige Entscheidung, besonders als Frau in der damaligen Zeit. Begünstigt wurde die Entscheidung aber sicherlich durch die Erfindung  von nunmehr handlichen Kameras und der Entwicklung von elastischen Roll- und Planfilmen, die das Hantieren mit photographischen Apparaten derart vereinfachten, dass auch der Durchschnitts-Normalverbraucher ohne die bislang sonst notwendige und umfangreiche Zusatzausrüstung zu photographieren in der Lage war. Somit konnten neben den sowieso schon angebotenen traditionellen Porträtaufnahmen auch die Wünsche von Amateurphotographen erfüllt werden. Das Geschaft "boomte", die Meisterprüfung wurde abgelegt und die Schwester, Mathilde von Oven als Photographin ausgebildet, die dann infolge selbst die Meisterprüfung ablegte (und bis 1969 dem Geschäft die Treue hielt). 1931 wurde das Geschäft in die Peterstraße 33 verlegt und ,zusammen mit ihrem Mann, Hans Herzog, neu eröffnet. Kurzzeitig wurde 1946 das Haus von den Kanadischen Besatzern beschlagnahmt, das Geschäft an sich durfte aber für die alllierten Soldaten die jeweiligen Erinnerungsphotos entwickeln und bearbeiten. Ab 1948 kehrten wieder "normale" Verhältnisse ein, und im Zuge der zunehmenden Farbphotographie wurde ein eigenes Laborabor zur Entwicklung der Farbfilme eingerichtet. Ab 1969 übernahm der Sohn, Hans Herzog, das elterliche Geschäft (Obermeister der Oldenburger Photographen-Innung ab 1979). 2002 gingen die Herzogs in den Ruhestand und das Geschäft wurde an Andre Nannen verkauft, der seitdem das Geschäft unter unter dem alten Namen "Photo von Oven" weiterführt. 2012 wurde das Geschäft (da Abriss und Neubau des ursprünglichen Hauses)  verlegt, erst in die Bahnhofstr, später dann weiter in die Straße "In der Horst", heute firmiert es am Brink.

Alle Photos unterliegen dem Urheberrecht, ohne ausdrückliche Genehmigung ist jegliche Veröffentlichung, z.B. in den sog. „sozialen Medien“ wie facebook oder instagram etc., strikt untersagt!

 

Volks-, Grund-, Haupschule:

Die Volksschule wurde 1895 an der Schulstraße errichtet. Späterer Name: Grund- und Hauptschule. Während der Kampfhandlungen Ende des Weltriegs II wurde das Schulgebäude zunächst von Deutschen truppenteilen belegt, nach Ende des Krieges richteten die Kanadischen Soldaten in den gebäuden ein Lazarett, nach Abzug der Besatzungstruppen dienten die Klassenräume im Erdgeschoss als Notunterkunft für Flüchtlinge. Parallel begann der allgemeine Schulbetrieb wieder im August 1945 (auf 800 Schüler kamen 4 Lehrer). 1947 wurden auf dem Schulhof 4 Behelfsbaracken als Klassenräume aufgestellt, die noch bis Ende der 50er Jahre genutzt wurden. (NWZ 7.1. 2009) Mehr dazu in der „Chronik der Gemeinde Zwischenahn“

 

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Der folgende Text wurde aufgeschrieben von der in Bad Zwischenahn ansässigen und in Bad Zwischenahn aufgewachsenen Frau Karin Schittko –  an dieser Stelle vielen vielen Dank  für diese wunderbaren „Geschichten aus alter Zeit“ , an die sich leider immer weniger erinnern können, (erstmals und in loser Folge veröffentlicht in den „Gemeindebriefen“ der ev. Kirche) :
Heute schreibe ich über unsere Schule in der Schulstraße. Es war für uns Kinder ein riesengroßes Gebäude. Auf dem Schulhof standen zwei weitere Baracken mit Klassenräumen. Der Platz hätte sonst nicht ausgereicht. Heute unvorstellbar: 50 Schüler saßen in einem Klassenraum. Aber es ging – es herrschte Disziplin. Unser Klassenlehrer war Herr Türk. Wir mochten ihn, soviel ich mich erinnere. Er war streng, aber auch gerecht. Es wurde viel gesungen. Wir lernten Gedichte. Sogar „Die Glocke“ von Schiller konnten wir auswendig. Auch hatten wir Volkstanz, wobei so manch verliebte Blicke ausgetauscht wurden. Auch Stenographie gehörte zu den Unterrichtsfächern in der Volksschule. Und dann die Pausen mit den Spielen! Wir Mädels hatten ein tolles Spiel: Wir hakten uns unter, und dann ging es in breiter Reihe los – mit Gesang: „Ich bin ein schickes Frollein und trage rote Schuh’, und ein paar weiße Socken, die trage ich dazu. Mein Freund, der hat geschrieben, ich soll nicht traurig sein. Er wird nur eine lieben, und die werde ich sein!“ ….. (Den weiteren Text habe ich vergessen.) Außerdem wurde z.B. noch Hinkepinke und „Ballschule an der Hauswand“ gespielt. In der kalten Jahreszeit – etwa bei zehn bis 15 Grad Minus – durften wir im Klassenraum bleiben. Dann wurden z.B. Steckbilder getauscht. Auch erinnere ich mich gut daran, dass wir Torfsoden für den Ofen in der Klassen mitbringen mussten. (Karin Schittko, GB 1/2017)

1919a

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Turnhalle (1919)